Trommel-Schlägel

Leider wird die Wichtigkeit des Schlägels als Handwerkzeug zum Trommeln sehr oft unterschätzt

Ob der Trommel-Schlägel einen guten Ton angibt, hängt, rein praktisch gesehen, von mehreren Faktoren ab. Zum einen spielen Gewicht, Dicke, Griffigkeit eine wichtige Rolle und zum Anderen welche Form und Größe der Kopf hat. Ganz wichtig ist das Material aus dem dieser ist. Um einen positiven Rebounce zu gestalten, ist vor allem die Länge des Schlägels zu beachten! Ist er zu lang, wird die Gestaltung eines präzisen Rebounces schwierig. Die Trommel zu schlagen wird schnell ermüdend und man bekommt keinen sauberen Takt/Rhythmus hin.

Mit einem optimalen Trommelstock braucht man weniger Kraft, kann präziser anschlagen und ermüdet nicht so schnell. Ich beobachte immer wieder, wie in Trommelbauworkshops krumm gewachsene, viel zu lange Hölzer zu Trommelschlägeln bearbeitet werden. Auch wenn diese urig aussehen, zum Trommeln sind sie letztendlich nicht gut geeignet.

Ich möchte nicht unbemerkt lassen, dass ich immer wieder beobachte, dass eine Trommel z.B. mit einer Rassel angeschlagen wird oder einfach ins Zentrum der Trommel geschlagen wird. Jemand der sich ein wenig mit dem Wesen einer Trommel beschäftigt hat (besonders im schamanischen Kontext) sollte wissen, dass man eine Trommel niemals im Zentrum anschlägt. Schon gar nicht mit einer Rassel. Eine Rassel ist eine Rassel (und kein Trommelschlägel). Eine Trommel ist eine Trommel und beide sind zwei grundverschiedene Instrumente und sind viel mehr als das.  

Im schamanisch/indianischen Kontext sieht man den Trommelschlägel als den männlichen Teil zur Trommel, der auch als eine Art Verlängerung des Armes zu sehen ist, mit dem wir die Absicht unseres Herzens oder das Thema in die Trommel übertragen.

Es kommt auch auf die Oberflächenbeschaffenheit der Trommelhaut an. Ist die Membran mit Haaren, ist es Nackthaut, dick oder dünn, glatt oder rauh? Oder ist es eine Kunsthaut? Für all diese unterschiedlichen Trommelhäute kann (sollte) man einen passenden Schlegel herstellen. Wobei es sich letztendlich aber für den Trommler gut und stimmig anhören muss. 

Ich verwende mindestens 6 verschiedene Materialien. Es kommt auch immer darauf an, wie hart und dick die Köpfe gepolstert sind und wie sie letztendlich beschaffen sind, das alles bestimmt ob sie sanfte, gedämpfte, harte, knackige oder weiche Klänge erzeugen. Dabei unterscheide ich auch, ob ich im rituellen/zeremoniellen Kontext trommle oder ob ich Musik mache.

Für den rituellen  Rahmen verwende ich selbstgemachte Schlägel, die eine ganz bestimmte Länge haben, welches ich nach einem Natur-Maß ermittele. Jeder Mensch hat sein eigenes Maß, wodurch sich letztendlich die ganz persönliche Länge des Schlägels ermitteln lässt. 

               Textauszug aus „Geist- & Magie hinter der Trommel“ ©Kayo-Matú 2008 – 2024


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